Studie über Spielen mit Puppen

01.10.2020

 Zum ersten Mal konnten mit Hilfe der Neurowissenschaft die positiven Auswirkungen des Spiels mit Puppen auf Kinder untersucht werden.

Die Ergebnisse dieser neuen Studie stellen Barbie® und ein Team von Neurowissenschaftlern der Universität Cardiff in Grossbritannien heute vor. Die Studie liefert neue Beweise dafür, dass das Spiel mit Puppen Gehirnregionen aktiviert, die es Kindern ermöglichen, Empathie und Fähigkeiten der soziale Informationsverarbeitung zu entwickeln. Selbst dann, wenn sie alleine spielen. 

In den vergangenen 18 Monaten haben die Dozentin und Leiterin der Studie Dr. Sarah Gerson und ihre Kollegen der Universität Cardiff mit Hilfe von Neuroimaging erste Hinweise auf die Vorteile des Spiels mit Puppen auf neurologischer Ebene geliefert. Dafür beobachteten sie die Hirnaktivität von 33 Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren, die mit einer Reihe von Barbie Puppen spielten. Das Team fand heraus, dass der hintere Sulcus temporalis superior (pSTS) – eine Hirnregion, die mit Fähigkeiten der sozialen Informationsverarbeitung wie Empathie in Verbindung gebracht wird – selbst dann aktiviert wurde, wenn das Kind alleine spielte. Das galt für Jungen wie Mädchen gleichermassen. „Dies ist eine völlig neue Erkenntnis. Wir benutzen diesen Bereich des Gehirns, wenn wir über andere Menschen nachdenken, insbesondere über ihre Gedanken oder Gefühle. Puppen ermutigen Kinder dazu, ihre eigenen kleinen imaginären Welten zu erschaffen, im Gegensatz zu typischen Problemlösungs- oder Aufbauspielen. Das Spiel mit Puppen regt Kinder dazu an, über andere Menschen nachzudenken und darüber, wie sie miteinander interagieren könnten. Die Tatsache, dass wir in unserer Studie zeigen konnten, dass der pSTS aktiv ist, zeigt: Das Spielen mit Puppen hilft Kindern, einige der sozialen Fähigkeiten zu üben, die sie im späteren Leben brauchen werden. Da sich gezeigt hat, dass diese Gehirnregion weltweit eine ähnliche Rolle bei der Entwicklung von Empathie und sozialer Verarbeitung spielt, sind diese Ergebnisse wahrscheinlich länderunabhängig“, sagt Dr. Gerson.

Um die Daten für die Studie zu sammeln, wurde das Spiel der Kinder in verschiedene Abschnitte unterteilt. Das Team in Cardiff konnte so die Hirnaktivität in Bezug auf jede Art von Spiel getrennt erfassen: Beim Spiel mit den Puppen oder dem Tablet allein, sowie beim Spiel mit den Puppen oder dem Tablett zusammen mit einer anderen Person (dem/r wissenschaftlichen Mitarbeiter/in). Für die Testsituation erhielten alle Kinder die gleiche Auswahl an unterschiedlichen Barbies und Spielsets. So konnte eine einheitliche Erfahrung gewährleistet werden. Beim Tablet wurden Spiele verwendet, die es den Kindern ermöglichen, sich mit offenem und kreativem Spiel zu beschäftigen (anstelle von regel- oder zielbasierten Spielen), um eine ähnliche Spielerfahrung wie beim Spiel mit Puppen zu ermöglichen. Die Ergebnisse: Beim Spiel mit den Puppen zeigten die Kinder den gleichen Grad der Aktivierung des pSTS – egal ob alleine oder mit Spielgefährten. Sobald Kinder alleine mit dem Tablet spielten, wurde das pSTS weit weniger aktiviert, obwohl die Spiele ein kreatives Element beinhalteten.

Um die Relevanz dieser neurowissenschaftlichen Erkenntnisse zu verstehen, gab Barbie® eine unabhängige, globale Umfrage in Auftrag, bei der mehr als 15.000 Eltern von Kindern in 22 Ländern befragt wurden. In Deutschland zeigten die Ergebnisse, dass 93 Prozent der Eltern Empathie als eine soziale Schlüsselkompetenz für ihr Kind betrachten, aber nur 34 Prozent von ihnen waren sich bewusst, dass das Spiel mit Puppen ihrem Kind dabei helfen könnte, diese Fähigkeit zu entwickeln. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten haben Eltern zunehmend Sorge, ihr Kind könnte in der Entwicklung sozialer Kompetenzen zurückbleiben. Mehr als 28 Prozent der deutschen Eltern gaben an, sie seien sehr besorgt darüber, wie sich die Isolation auf ihr Kind auswirken könnte und darauf, wie es mit anderen interagiert. 33 Prozent von ihnen gaben an, ihr Kind eher dazu zu ermutigen, mit einem Spielzeug zu spielen, wenn sie davon ausgehen können, dass es ihrem Kind nachweislich hilft, soziale und emotionale Fähigkeiten wie Empathie zu entwickeln. „Als führendes Unternehmen in der Kategorie Puppen wussten wir schon immer, dass das Spiel mit Puppen einen positiven Einfluss auf Kinder hat. Bis jetzt lagen uns allerdings keine neurowissenschaftlichen Daten vor, die diese Vorteile zeigen", sagt Lisa McKnight, SVP und Global Head of Barbie and Dolls, Mattel. „Die Ergebnisse dieser Forschung zeigen, dass das Spielen mit Puppen wie Barbie Vorteile bietet, um Kinder auf die Zukunft vorzubereiten, indem soziale Fähigkeiten wie Empathie gefördert werden. Wir wollen weiterhin das grenzenlose Potenzial jedes Kindes fördern. Wir sind stolz, Puppen anzubieten, die Kindern helfen, Fähigkeiten zu entwickeln, die von Eltern wertgeschätzt werden und entscheidend sind für den zukünftigen emotionalen, akademischen und sozialen Erfolg der Kinder.“

Die Ergebnisse der Studie bilden die Grundlage für das neue Online-Portal barbie.com/de-de/benefitsofdollplay. Dieses umfasst Angebote für Eltern, Betreuer*innen und Kinder, um letztere bei der Verbesserung und Anwendung ihrer sozialen Verarbeitungsfähigkeiten zu unterstützen. Die Angebote wurden in Zusammenarbeit mit der führenden Empathie-Expertin, Schriftstellerin und pädagogischen Psychologin Dr. Michele Borba entwickelt. „Spielen ist enorm wichtig für Kinder, das wissen wir schon in Bezug auf das Lernen. Inhalte verfestigen sich am besten, wenn sie mit Freude erworben werden. Dass Spielen also nicht nur Auswirkungen auf den Intelligenzquotienten (IQ), sondern auch auf die emotionale Intelligenz (EQ) hat, halte ich für eine äusserst wichtige Erkenntnis“, so Prof. Dr. André Frank Zimpel, Leiter des Zentrums für Neurodiversitätsforschung an der Universität Hamburg. 

Die Ergebnisse der Studie werden heute im Fachmagazin „Frontiers in Human Neuroscience“ unter dem Titel „Exploring the Benefits of Doll Play through Neuroscience“ veröffentlicht. Dr. Sarah Gerson und das Team der Universität Cardiff verstehen diese Studie als ersten Schritt hin zum Verständnis der positiven Auswirkungen des Spiels mit Puppen und wollen mit weiteren Forschungsarbeiten darauf aufbauen. Deshalb haben sich Dr. Sarah Gerson und ihr Team zusammen mit Mattel verpflichtet, im Jahr 2021 weitere neurowissenschaftliche Studien durchzuführen.

Mattel ist ein global führender Spielwarenkonzern, zu dem die erfolgreichsten Franchise-Unternehmen für Kinder- und Familienunterhaltung weltweit gehören. Wir entwickeln innovative Produkte und Erlebnisse, die Kinder durch Spielen inspirieren, unterhalten und fördern.