Giftige Spielwaren im Museum

04.12.2020

Die Sonderausstellung "Erde am Limit" im Naturhistorischen Museum Basel zeigt giftiges Spielzeug aus China. Dieses hat der Spielwaren Verband Schweiz zuvor bei Aliexpress und Wish bestellt und im Labor testen lassen.

Wer über das Internet direkt in China Spielwaren einkauft, kann die Gesundheit seiner Kinder ernsthaft gefährden. Die aufstrebenden Online-Marktplätze Aliexpress und Wish liefern zu Dumping-Preisen Spielwaren in die Schweiz, oft versandkostenfrei. 

Völlig unkontrollierte Einfuhren

Diese verlockenden Angebote haben einen gefährlichen Haken: Anders als im Schweizer Spielwarenhandel kontrolliert hier niemand kritische Spielwaren auf ihre Sicherheit. «Das ist ein Missstand, der auch uns beschäftigt, denn hier fehlen schlicht die gesetzlichen Grundlagen», sagt Peter Brodmann, Leiter des Kantonslabors Baselland, das in der Deutschschweiz für die Kontrolle von Spielwaren spezialisiert ist. 

Im Gegensatz zu Privatpersonen sind Schweizer Grosshändler und Detaillisten von Spielwaren verpflichtet, die strengen Normen der Spielzeugverordnung einzuhalten. Zudem wird der Schweizer Spielwarenhandel vom kantonalen Vollzug regelmässig kontrolliert.

Aliexpress und Wish haben gemäss Carpathia 2019 für mehr als für 1 Milliarde CHF Waren in die Schweiz geliefert (2018: 660 Mio.). Es handelt sich somit längst nicht mehr nur um einen zu vernachlässigendem Nischenabsatz-Kanal.

Noch bis Ende Mai 2021 in Basel

Die giftigen Spielwaren sind noch bis 30. Mai 2021 an der Sonderausstellung Erde am Limit im Naturhistorischen Museum Basel ausgestellt. Die Einflüsse des Menschen auf die Natur sind unterschiedlichster Art. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, bietet die Ausstellung ein vielseitiges Begleitprogramm an, das eine Betrachtung aus unterschiedlichen Blickwinkeln ermöglicht. Expertinnen und Experten aus Forschung und Wirtschaft bringen Fachwissen aus ihren Tätigkeitsbereichen ein und teilen dieses in Führungen, auf Exkursionen oder bei Podiumsdiskussionen.