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Neue HDE-Studie belegt: Temu und Shein verursachen Milliardenschäden durch unfairen Wettbewerb

08.05.2026


Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft eine aktuelle Studie zum Einfluss asiatischer Online-Marktplätze veröffentlicht. Die Ergebnisse zur Marktflutung durch Plattformen wie Temu und Shein sind alarmierend und unterstreichen eindrücklich das, wovor der Schweizer Spielwaren Verband (SVS) seit Jahren warnt: Unregulierter Direktversand aus Fernost zerstört lokale Wertschöpfung durch eklatante Wettbewerbsverzerrung.

Die schiere Menge an unkontrollierten Direktimporten hat ein historisches Ausmass erreicht.

  • Täglich erreichen rund 460'000 Pakete von Temu und Shein den deutschen Markt (Schweiz: bis zu 500'000)

  • Auf EU-Ebene summierte sich das Sendungsvolumen im Jahr 2025 auf etwa zwölf Millionen Pakete pro Tag.

Massive wirtschaftliche Schäden

Die Studie rechnet detailliert vor, wie stark der unfaire Wettbewerb die heimische Wirtschaft bluten lässt.

  • Der deutschen Wirtschaft entgehen jährlich rund 2,4 Milliarden Euro an Wertschöpfung.

  • Davon trägt allein der Einzelhandel Einbussen in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro.

  • Dem Staat (Bund, Ländern und Kommunen) entgehen durch die asiatischen Plattformen Steuereinnahmen von 429 Millionen Euro pro Jahr.

Arbeitsplätze in Gefahr

Der regulatorische Ungleichstand fordert einen harten Tribut auf dem Arbeitsmarkt.

  • Gemäss der Untersuchung gehen in Deutschland etwa 40'600 Arbeitsplätze wegen Temu und Shein verloren.

  • Allein im Einzelhandel sind über 28'000 (spezifisch 28'300) Arbeitsplätze von diesem Wegfall betroffen.

Ursache: Ein eklatantes regulatorisches Ungleichgewicht

Das Kernproblem, das die Studie identifiziert, ist die systematische Umgehung von Spielregeln. Die Plattformen verstossen gegen zahlreiche EU-Regeln. Es herrschen ungleiche Wettbewerbsbedingungen, da die asiatischen Plattformen sich häufig nicht an bestehende Vorgaben zu Produktstandards, Sicherheitsanforderungen und steuerlichen Regelungen halten. Die Produkte gelangen in den Markt, ohne die gleichen Prüfprozesse zu durchlaufen, denen lokale Händler unterliegen.

Gleichzeitig verändern die "Dauerniedrigpreise" die Preiserwartungen der Konsumenten gravierend: 72 % der Käufer nehmen für diese günstigeren Preise sogar längere Lieferzeiten in Kauf.

Fazit für die Schweiz und den SVS

Auch wenn sich die vorliegenden Zahlen auf Deutschland beziehen, ist die strukturelle Mechanik 1:1 auf den Schweizer Markt übertragbar. Die HDE-Studie liefert den finalen wirtschaftlichen Beweis für das Kernanliegen des SVS: Wenn Produktsicherheitsgesetze, Zollfreigrenzen und Konformitätsprüfungen für Direktimporteure aus Drittstaaten faktisch nicht durchgesetzt werden, verliert nicht nur der Konsument an Sicherheit, sondern die heimische Wirtschaft an Existenzgrundlage.


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