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Schweizer Spielwarenmarkt wächst im ersten Halbjahr 2026 deutlich

21.07.2026


Der Schweizer Spielwarenmarkt ist im ersten Halbjahr 2026 klar gewachsen. Im von NIQ/GfK erhobenen Panelmarkt legten die Verkäufe um 8,5 Prozent in Stückzahlen und um 7,8 Prozent im Wert zu (jeweils gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Der Durchschnittspreis pro verkaufter Einheit gab dabei leicht nach, um 0,7 Prozent. Das Wachstum stammt somit aus dem Volumen, nicht aus höheren Preisen. Das ist bemerkenswert in einem Umfeld, in dem viele Warengruppen unter Kostendruck stehen.

Pressebild von Carletto/Game Factory. pd.

Es ist das dritte positive Signal in Folge. Nach einem Rückgang im ersten Halbjahr 2024 (minus 3,5 Prozent in Stückzahlen) folgte 2025 eine Erholung (plus 9,6 Prozent), die sich 2026 fortsetzt.

Die Kategorien im Detail

Der stärkste Treiber ist die Warengruppe Games/Puzzles. Sie wuchs um 21,5 Prozent in Stückzahlen und um 15,0 Prozent im Wert; der Durchschnittspreis sank um 5,3 Prozent. Damit ist Games/Puzzles inzwischen die stückstärkste Kategorie im Panel und baut ihren Anteil sowohl in der Menge (von 17,1 auf 21,3 Prozent über drei Jahre) als auch im Wert (von 15,6 auf 19,1 Prozent) aus.

Building Sets bleiben die wertstärkste Kategorie mit einem Wertanteil von 25,5 Prozent. Hier wuchs der Wert (plus 12,0 Prozent) klar stärker als die Menge (plus 6,2 Prozent), begleitet von einem Preisanstieg von 5,5 Prozent. Das Wachstum in dieser Gruppe kommt also stärker über den Preis.

Ein ähnliches Muster zeigen Action Figures & Accessories (Menge plus 6,5 Prozent, Wert plus 11,6 Prozent, Preis plus 4,8 Prozent). Umgekehrt wachsen Explorative & Other Toys (Menge plus 16,7 Prozent, Wert plus 8,2 Prozent, Preis minus 7,3 Prozent) und Vehicles (Menge plus 10,4 Prozent, Wert plus 8,2 Prozent, Preis minus 2,0 Prozent) vor allem über das Volumen.

Youth Electronics verzeichnet mit plus 34,3 Prozent in Stückzahlen den grössten Mengenzuwachs, bei einem Wertplus von 12,0 Prozent und einem markanten Preisrückgang von 16,6 Prozent. Diese Kategorie hat im Panel allerdings nur einen sehr kleinen Anteil, weshalb einzelne Ausschläge stark ins Gewicht fallen und vorsichtig zu lesen sind.

Die einzige Kategorie mit rückläufigen Stückzahlen ist Infant/Toddler/Preschool (minus 3,7 Prozent Menge, minus 0,7 Prozent Wert, Preis plus 3,1 Prozent). Ihr Anteil geht über die letzten drei Jahre stetig zurück, in der Menge von 9,6 auf 7,7 Prozent, im Wert von 11,4 auf 9,8 Prozent.

Was hinter den Zahlen stehen dürfte

Die einzelnen Warengruppen bewegen sich unterschiedlich. Für einige Ausschläge gibt es plausible Erklärungen, andere bleiben vorerst offen.

Games/Puzzles. Der Sprung in dieser Kategorie fällt zeitlich mit dem anhaltenden Boom bei Sammelkarten und dem Trend zum spielenden Erwachsenen zusammen. Im benachbarten deutschen Markt wuchs die Warengruppe Spiele & Puzzle von Januar bis Mitte September 2025 um rund 18 Prozent, das Segment Spiele allein um über 22 Prozent; als Haupttreiber nennen die Branchenverbände die Sammelkarten wie Pokémon, Lorcana und Magic (Quelle: DVSI und Verein Spieleverlage, gestützt auf Zahlen von Circana). Da NIQ/GfK Sammelkartenspiele der Supercategory Games/Puzzles zuordnet, erklärt dieser Effekt mechanisch beides: den starken Mengenzuwachs und den sinkenden Durchschnittspreis, da Sammelkarten preislich tief liegen. Für den Schweizer Markt handelt es sich um eine naheliegende Interpretation, nicht um einen belegten Kausalzusammenhang.

Building Sets. Dass hier der Wert stärker steigt als die Menge, passt zur dokumentierten Preis- und Premiumstrategie des Marktführers. LEGO steigerte 2025 den Umsatz um 12 Prozent und die Verkäufe um 16 Prozent, deutlich über dem Gesamtmarkt (Quelle: LEGO-Jahresbericht 2025). Diese Zahlen sind global und nicht schweizspezifisch, decken sich aber mit dem Preisbild im Panel.

Infant/Toddler/Preschool. Der Rückgang fällt mit der demografischen Entwicklung zusammen. Die Geburtenzahl in der Schweiz sinkt das vierte Jahr in Folge; die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau erreichte 2024 mit 1,29 den tiefsten je gemessenen Wert (Quelle: Bundesamt für Statistik, BFS). Die Demografie ist ein struktureller Mitfaktor. Sie erklärt den Rückgang aber nicht allein, da dieser steiler ausfällt als der jüngste Geburtenrückgang.

Youth Electronics und Plush. Der ausgeprägte Preisrückgang bei Youth Electronics (minus 16,6 Prozent) sowie der leichte Wertrückgang bei Plush (minus 1,0 Prozent bei einem Preisminus von 4,0 Prozent) lassen sich aus den derzeit verfügbaren Quellen nicht verlässlich erklären. Wir weisen die Werte transparent aus und verzichten auf Spekulation.

Einordnung zur Datenbasis

Die Zahlen stammen aus dem NIQ/GfK Panelmarkt Schweiz und decken nach Angaben der Marktforscher rund 67 Prozent des Marktes ab. Erfasst sind unter anderem Coop, Migros, Manor sowie Interdiscount, Microspot, Media Markt, Galaxus, King Jouet, Brack und Fnac. Nicht im Panel enthalten sind reine Online-Generalisten wie meinspielzeug.ch und mytoys.ch, einzelne Fachhändler sowie grenzüberschreitende Verkaufskanäle. Die ausgewiesenen Wachstumsraten beschreiben damit den vom Panel erfassten Handel und nicht zwingend den gesamten Schweizer Markt.

Quellen: NIQ/GfK Panelmarkt Schweiz, Toys, erstes Halbjahr 2026 (interne Verbandsdaten). Deutscher Marktkontext: DVSI und Verein Spieleverlage, gestützt auf Circana / BOARD GAMES INDEX (2025). Building Sets: LEGO-Jahresbericht 2025. Demografie: Bundesamt für Statistik (BFS), Geburtenstatistik 2024 und 2025.


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